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Publicações Técnicas
Schmidt, Dipl.-Ing. S. | Matthes, P. | Voigt, Dipl. Ing. A.

Anwendungsmöglichkeiten von Geokunststoffen bei der Renaturierung von Tagebaurestlöchern am Beispiel einer Geokunststoffbewehrten Blocksteinmauer

Resumo

Im Zuge der landschaftlichen Umgestaltung von Tagebaurestlöchern sind eine Vielzahl von geotechnischen Herausforderungen zu lösen. Je nach Folgenutzung kommen hier insbesondere Böschungs- und Erosionsschutzmaßnahmen zum Tragen. Im Falle des Tagebaurestlochs Espenhain wurde eine weitergehende Nutzung des Areals als Freizeit- und Erholungsgebiet für den Süden Leipzigs vorgesehen. Hierzu wird der Wasserspiegel des s.g. Störmthaler Sees angehoben und u.a. ein Segelhafen an der Grunaer Bucht angelegt. Durch den schnell steigenden Wasserpiegel war eine enge Zeitschiene für den Bau der Hafenmauer vorgegeben und die Projektplanung entschied sich, die Kaimauer der Hafenanlage als geokunststoffbewehrte Blocksteinmauer auszuführen. Ferner konnten mit diesem System die hohen Anforderungen an die gestalterischen Vorgaben des Architekten erfüllt werden. Mit Blick auf das stark sulfathaltige Flutungswasser waren bei der Auswahl der Geogitter und des Betons zusätzliche Anforderungen an die Beständigkeit zu erfüllen. Durch die Verwendung von hoch beständigen Geogittern aus dem Rohstoff Polyvinylalkohol sowie einer speziellen Betonrezeptur konnten diese jedoch problemlos nachgewiesen werden. Im Rahmen dieser Veröffentlichung sollen die speziellen Randbedingungen und Anforderungen bei der Rekultivierung von Tagebaurestlöchern dargestellt und Lösungsmöglichkeiten durch den Einsatz von Geokunststoffen aufgezeigt werden. Der Bau einer geokunststoffbewehrten Blocksteinwand als Kaianlage wird in diesem Zusammenhang einen besonderen Schwerpunkt einnehmen.

Conclusão

Das ehemalige Tagerestbauloch Espenhain auf dem Gebiet der Gemeinde Großpösna wird derzeit zu einem Freizeit- und Erholungsgebiet umgewandelt. Als Maßnahme nach §4 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung wird an der Grunaer Buch des zukünftigen Strömthaler Sees ein Hafenbereich mit geschätzten Baukosten von 675.000 Euro realiesiert, finanziert im Wesentlichen durch den Freistaat Sachsen in Bauträgerschaft der LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgemeinschaft mbH).

Der Hafenbereich bzw. die Hafenmauer wurde im Hinblick auf die Architektur derart gestaltet, dass eine bestmögliche Integration ins Landschaftsbild gewährleistet würde. Für die Konstruktion der Stützmauer wurde das Systemeiner bewehrten Blocksteinwand gewählt, mit dem gleichzeitig die Anforderungen an die gestalterischen Vorgaben des Architekten erfüllt und die ambitionierte Bauzeit von drei Monaten eingehalten werden konnten. Als Systemkomponenten der Verbundkonstruktion kamen Betonblocksteine und Geokunststoffbewehrungen in Verbindung mit grobkörnigem, gebrochenem Mineralgemisch als Füllboden zum Einsatz.

Anhand ausgewählter ehemaliger Tagebaue in Hoyerswerder und Senftenberg wurden weitere Sanierungskonzepte und Möglichkeiten des Einsatzes von Geokunststoffen vorgestellt, die bezüglich Bauzeit, Kosten und Durchführbarkeit wesentliche Vorteilegegenüber konventionellen Bauweisen bieten.